Oberthema X: BNE auf lokalen Ebenen

© DUK/Jo Hempel

Bestehende regionale und bundeslandweite BNE-Netzwerke zeigten anhand ihrer praktischen Arbeit im Workshop „Regionale Vernetzung und Kooperation im Bereich BNE“, welches Potential in dieser Netzwerkarbeit steckt. Der Arbeitskreis BNE Bonn/Rhein-Sieg ist rein ehrenamtlich getragen und hat derzeit 13 aktive Mitglieder. Diese sind Vertreter aus Politik und Verwaltung, Bildungseinrichtungen, Organisationen und Unternehmen, das durch regelmäßige Treffen und Arbeitsgruppen BNE in der Region stärken möchte. Das Bonner Netzwerk für Entwicklung: Verantwortung – Gerechtigkeit – Zukunft ist ein EU-Projekt der Stadt Bonn, das kleine Vereine zusammenbringt und koordiniert, deren Arbeit sich mit dem Erreichen der Milleniumsentwicklungsziele beschäftigt. Das Netzwerk möchte diese bei der Bonner Bevölkerung bekannter machen. Im ersten Fall seien die besonderen Herausforderungen jetzt und perspektivisch in den nächsten fünf Jahren Beschaffung finanzieller Ressourcen, um die Arbeit des Netzwerks zu ermöglichen. Ehrenamtliche Arbeit habe für die beteiligten Personen Grenzen und schränke sie häufig in der Umsetzung von Projektideen ein. Die Professionalisierung dieser „Bewegung von unten“ sei daher eins der zentralen Handlungsfelder innerhalb des Weltaktionsprogramms.

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Die Arbeitsgruppe Kommunen und BNE, in der alle ausgezeichneten Kommunen der Weltdekade vertreten sind, stellte in ihrem Workshop „Nachhaltige Entwicklung auf kommunaler Ebene durch Bildung voranbringen“ unter Leitung von Jürgen Forkel-Schubert (BSU Hamburg) zunächst ihre Arbeit und die aktuelle Bürgermeistererklärung vor. In dem Papier erklären sich die Dekadekommunen bereit, gemeinsam an einer erfolgreichen Umsetzung des Weltaktionsprogramms zu arbeiten. Darüber hinaus möchten sie andere Kommunen motivieren, BNE-Aktivitäten als Motor für nachhaltige Entwicklung zu erkennen und zu fördern. Durch die Präsentation beispielhafter Kommunen konnten Interessierte sehen, wie BNE im Alltag der Dekade-Kommunen umgesetzt wird und wie sie sich für das Weltaktionsprogramm engagieren wollen. Um dies Engagement zu verbildlichen, wurde gemeinsam eine „Leonardo-Brücke in die Zukunft gebaut“, um symbolisch weitere Kommunen als Akteure einzubinden.

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Um ganz konkrete Projekte und ihre Vorbildfunktion, die Möglichkeiten ihrer Unterstützung und die Einbindung gemeinsam mit weiteren Institutionen und Organisationen in kommunalen Bildungslandschaften ging es im Workshop der AG Außerschulische Bildung. In „Partizipationsprojekte – zur Nachahmung empfohlen“ wurden zunächst drei Praxisprojekte vorgestellt, um daran exemplarisch zu diskutieren, wie Bildungsträger in ihrer Arbeit unterstützt und neue Akteure gewonnen werden können. Auch Optimierung der  Zusammenarbeit von Kommunen und Trägern und das Erreichen von Personen, die von den bisherigen Projekten oder Organisationen noch nicht angesprochen wurden, war ein Thema. Astrid Hölzer (DGBNE e.V) und Andrea Metz (Deutscher Wanderverband) identifizierten gemeinsam mit den Teilnehmern die Stärkung außerschulischer Lernorte innerhalb der Bildungslandschaften und Kombination interkultureller Kompetenz durch BNE als zentrale Aktionsfelder des Weltaktionsprogramms. Die guten Erfahrungen aus der Dekade in Form von professionellen und ausreichende finanzierten Angeboten, die Anerkennungskultur durch die Auszeichnungen von Projekten und die Bereitstellung niedrigschwelliger Lernorte könnten zur erfolgreichen Umsetzung des WAP genutzt werden. In den nächsten fünf Jahren seien daher die langfristige Vernetzung außerschulischer und anderer Bildungseinrichtungen und eine Gewährleistung der strukturellen und personellen Kontinuität als Ziele anzuvisieren. 

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