Workshops

Insgesamt fanden auf der Konferenz "UN-Dekade mit Wirkung - 10 Jahre 'Bildung für nachhaltige Entwicklung' in Deutschland" 29 Workshops statt. Während der erste Tag sich der rückblickenden Identifizierung von Gelingensbedingungen der BNE widmete, stand der zweite Tag ganz im Zeichen der Auslotung zukünftiger Aktionsfelder und Commitments. An beiden Tagen waren die Workshops in fünf Oberthemen gegliedert. An jedem Tag gab es drei Leitfragen. 

Am zweiten Konferenztag präsentierten die fünf Workshopberichterstatter Prof. Dr. Heike Molitor (HNE Eberswalde), Dr. Christa Henze (Universität Duisburg-Essen), Prof. Dr. Georg Müller-Christ (Universität Bremen) Jasson Jakovides (fields GmbH) und Mandy Singer-Brodowski (Wuppertal Institut) anhand der Antworten zu den Leitfragen eine Zusammenfassung der Ergebnisse der Workshops.

Auf den folgenden Seiten finden Sie eine Rückschau auf die Workshops sowie eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse. 

© DUK/Jo Hempel
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Tag 1: Identifizierung von Gelingensbedingungen

© DUK/Jo Hempel

Gemäß der programmatischen Ausrichtung des ersten Tages warfen die Workshops unter dem Motto "Identifizierung von Gelingensbedingungen" einen Blick zurück auf die Dekade. Sie arbeiteten heraus, welche Faktoren zum Gelingen der Dekade in Deutschland beigetragen haben, was die Herausforderungen für die Implementierung von BNE waren und welche Antworten darauf gefunden wurden. Die Unterschiedlichkeit der Themen zeigte, wie groß die Bandbreite des Bildungskonzepts BNE und der Aktivitäten der Dekade ist. Qualitätsentwicklung und Monitoring von BNE waren ebenso Gegenstand der Workshops des ersten Tages wie praktische Beispiele der Verknüpfung biologischer Vielfalt und BNE, mediale Kommunikation, Erwachsenenbildung, kulturelle Bildung und die Potentiale internationaler Netzwerke für BNE – um nur einige zu nennen.

Die Leitfragen des ersten Tages lauteten: 

  1. Welche Bedingungen haben zur erfolgreichen Umsetzung der Dekade beigetragen?
  2. Welche Herausforderungen sind identifiziert worden?
  3. Welche Antworten sind auf diese Herausforderungen gefunden worden?

Oberthema I: Weiterentwicklung und Bündelung von Aktivitäten

Die Weiterentwicklung und Bündelung von Aktivitäten für BNE während der Dekade war Gegenstand des ersten Oberthemas. Nähere Betrachtungen struktureller Fragen wie der Qualitätsentwicklung durch und dem Monitoring von BNE wurden durch den Aspekt der Projektauszeichnungen als zentrales Element der Dekade-Umsetzung ergänzt.

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Oberthema II: Beitrag von BNE zur Nachhaltigen Entwicklung

Welchen konkreten Beitrag BNE tatsächlich zu einer Nachhaltigen Entwicklung im Bereich Klima, Biologische Vielfalt oder Energiewende leisten kann, betrachteten die Workshops im zweiten Oberthema.

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Oberthema III: Effektive Kommunikation und Partizipation

Im Laufe der Dekade hat sich gezeigt, dass die Vermittlung des Konzepts BNE nicht immer einfach ist und hier weiterhin Handlungsbedarf besteht. Ein anderes Thema, das in den letzten zehn Jahren immer von großer Bedeutung war, ist die Einbindung und Teilhabe möglichst vieler unterschiedlicher Akteure.  Die Workshops des Oberthema III beschäftigten sich aus diesem Grund mit Möglichkeiten der effektiven Kommunikation des Konzepts und der möglichst umfassenden Partizipation möglichst vieler gesellschaftlicher Gruppen.

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Oberthema IV: Gesellschaftliche Change Agents

Unter dem Titel „Gesellschaftliche Change Agents“ wurde der Fokus auf Multiplikatoren und Bereiche gelegt, die den Weg für BNE bereiten können. Die drei Oberthemen können selbstverständlich nur eine Auswahl der relevanten Change Agents darstellen.

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Oberthema V: Stärkung internationaler Kooperationen

BNE und Nachhaltige Entwicklung dürfen in einer globalisierten Welt nicht an Landesgrenzen aufhören. Die internationale Kooperationen und deren Intensivierung und Stärkung sind und waren daher wichtige Handlungsfelder für die Implementierung von BNE.

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Zusammenfassung erster Tag:

In Bezug auf die Leitfragen kann als zusammenfassendes Ergebnis des ersten Tages festgehalten werden, dass die Vernetzung – der die Gremien und Auszeichnungen der UN-Dekade in Deutschland die Plattform geboten haben – die vielfältigen Aktivitäten für BNE ermöglicht und gefördert habe. Zeitliche, personelle und finanzielle Ressourcen und Strukturen wurden als eindeutige Erfolgsfaktoren identifiziert, ebenso wie die Dekade als grundsätzliche Rahmung und Begründung für Aktivitäten. Langfristig Planungssicherheit über den Rahmen von Projekten hinaus wird als dringend notwendig betrachtet. Die im Rahmen der UN-Dekade geschaffenen Instrumente und Mechanismen seien eine gute Grundlage und müssen weiterentwickelt werden.

Tag 2: Aktionsfelder und Commitments

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Die Workshops des zweiten Konferenztages waren analog der fünf Prioritäten des Weltaktionsprogramms gegliedert und beschäftigten sich mit den besonderen Schwerpunkten der Ausgestaltung dieses fünfjährigen Folgeprogramms der Dekade.

Dabei waren folgende Leitfragen zur Ergebniserfassung formuliert:

  1. Welche besonders relevanten Aktionsfelder im Rahmen des Weltaktionsprogramms können identifiziert werden?
  2. Welche Erfahrungen aus der Dekade können für eine erfolgreiche Umsetzung des Weltaktionsprogramms genutzt werden?
  3. Welche konkreten Ziele sollen in den nächsten fünf Jahren erreicht werden?

Oberthema VI: BNE in Bildungs-, Nachhaltigkeits- und Entwicklungspolitik

„BNE in Bildungs-, Nachhaltigkeits- und Entwicklungspolitik“ war der Titel des ersten Oberthemas am zweiten Tag der Konferenz. Entsprechend der ersten Priorität des Weltaktionsprogramms, die ein förderliches politisches Umfeld für die Implementierung von BNE fordert, wurden hier unterschiedliche Aspekte der politischen Förderung betrachtet.

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Oberthema VII: Ganzheitliche BNE in Bildungseinrichtungen und -institutionen.

Nachhaltigkeit nicht nur zu lehren, sondern auch im Betriebsablauf und im Alltag im Sinne gesamtinstitutioneller Ansätze auszuführen ist die Forderung der zweiten Priorität des Entwurfs des Weltaktionsprogramms. Das bedeutet eine Neuorientierung von Lehrmethoden und –inhalten, aber auch ein Umdenken im Gebäudemanagement und eine Gesamtbetrachtung der Einrichtung als Teil einer kommunalen Bildungslandschaft. Das Konzept der ganzheitlichen BNE und auch NE sollte aber auch auf die Gesellschaftsbereiche außerhalb von Bildungsbereichen ausgerichtet werden.

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Oberthema VIII: Die Rolle von Erziehenden, Lehrenden und Ausbildenden

Die dritte Priorität in der geplanten Umsetzung des Weltaktionsprogramms ist es, die Fähigkeit von Lehrenden, Ausbildenden und weiteren „Change Agents“ zu stärken, um sie zu BNE-Vermittlern zu machen. Schon im Rahmen der Dekade wurde die Befähigung und Ausbildung dieser Multiplikatoren durch viele Projekte und Maßnahmen vorangetrieben, das Weltaktionsprogramm bezeichnet die weitere Professionalisierung nun als eine dauerhafte Notwendigkeit. Um dies weiterzuführen, sind Netzwerke zum Erfahrungsaustausch und zur gegenseitigen Motivation ein sinnvolles Mittel.

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Oberthema IX: Jugend als Change Agents

Die Jugend und ihre Rolle als besonders relevante Akteure zur Vermittlung und Implementierung von BNE und als Entscheidungsträger von Morgen ist die vierte Priorität des Weltaktionsprogramms. Dem wurde im Workshopprogramm mit einem eigenen Oberthema Rechnung getragen, außerdem wurde auf der gesamten Konferenz großer Wert auf eine Einbindung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf Augenhöhe gelegt.

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Oberthema X: BNE auf lokalen Ebenen

Die Umsetzung von BNE auf lokalen Ebenen und im Rahmen kommunal oder regional vernetzter Bildungslandschaften ist die fünfte Priorität des Weltaktionsprogramms. Lokale Ebenen bieten die Möglichkeit, innovative Ideen und Ansätze auszuprobieren und vereinfachen eine Vernetzung der involvierten Akteure. Bildungslandschaften bieten optimale Bedingungen für die Vermittlung von BNE und das gemeinschaftliche Engagement wirkt motivierend.

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Zusammenfassung zweiter Tag:

Orientiert an den fünf Prioritäten des Weltaktionsprogramms stellten die Workshops des zweiten Tages die relevanten Aktionsfelder für die nächsten fünf Jahre heraus. Die Zusammenfassung der Ergebnisse ergab, dass die Gestaltung von Bildungslandschaften durch Kooperation von Bildungsinstitutionen aller Stufen, außerschulischer Träger und kommunaler Einrichtungen im Sinne der BNE sei ein zentrales Thema der Zukunft. BNE dürfe nicht auf einzelne Fächer bezogen sein, sondern müsse interdisziplinär verankert werden.
Die Rolle der Jugend als Change Agent wurde hervorgehoben. Jugendliche sollen im Einsatz für BNE bestärkt werden, mehr Verantwortung für Projekte und ein Mitspracherecht in Entscheidungsprozessen und Gremien bekommen. Für alle Bildungsbereiche, Institutionen und involvierten Behörden und Ministerien gelte, dass BNE nun vom Projekt zur Struktur kommen müsse und BNE sich auf allen Ebenen weiter professionalisieren muss. Die Gestaltungskompetenzen müssen selbstverständlich eingesetzt werden können und BNE über die Lehrpläne, Curricula und Nachhaltigkeitsstrategien in der Mitte der Gesellschaft ankommen.